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Die besten Methoden für einen interaktiven Workshop

Aktualisiert: 2. Apr.


Die Wahl der richtigen Workshopmethoden führen dazu, dass alle zu Wort kommen und gemeinsam gute Entscheidungen getroffen werden.

Team-Workshops, Strategie-Workshops, OKR-Workshops: Immer öfter werden in Unternehmen Workshops eingesetzt, um gemeinsam Ziele zu erreichen.

Auch wir sind jede Woche mit Workshops bei Kunden unterwegs, mit denen wir Teams stärken, Prozesse optimieren und Strategien entwickeln.

Hier erläutern wir, welche Workshop-Methoden wir nutzen, um alle Teilnehmenden einzubinden. Das kann entscheidend sein, wenn du alle Perspektiven berücksichtigen und gemeinsame Entscheidungen treffen möchtest.


Inhalt

Warum Workshops?

Im täglichen Treiben der Arbeit werden Entscheidungen und Lösungsideen oft von homogenen Personengruppen wie dem Management-Team ausgearbeitet, sie werden zwischen Tür und Angel ausgehandelt oder hinausgeschoben, weil die Zeit dafür nicht da zu sein scheint. Ein gut durchdachter Workshop hingegen bringt alle Menschen zusammen, die wichtig sind, um ein Problem zu analysieren, Lösungsideen zu entwickeln und zugehörige Entscheidungen zu treffen. Jetzt gilt es, den Workshop so zu gestalten, dass auch alle relevanten Perspektiven gehört werden. All zu schnell kann es passieren, dass introvertierte Personen sich trotz fachlicher Expertise zurücknehmen oder die Gruppe auf die Meinung der Führungskraft hört und keinen Widerspruch leistet, auch, wenn dieser fachlich berechtigt wäre.

Welchen Mehrwert bieten Workshop-Methoden?

Workshop-Methoden helfen euch dabei, euren Workshop sinnvoll zu strukturieren und den Ablauf des Termins so zu gestalten, dass jede:r sich einbringen kann und die Gruppe auf effizientem Weg zum Ziel kommt. Je nach Situation kann der konkrete Mehrwert einer Workshop-Methode unterschiedlich aussehen:

  • Es gibt Workshop-Methoden, die einen Perspektivwechel ermöglichen. Das kann sinnvoll sein in Situationen, in denen die Perspektive aller relevant für den Lösungsweg ist, mache Perspektiven aber bisher nicht oder kaum gehört wurden, weil das Bewusstsein für die gegenseitigen Perspektiven fehlt oder der Arbeitsalltag keinen Raum für einen Austausch lässt. Ein Workshop kann hier ein gutes Commitment sein, sich bewusst gemeinsam den Raum zu nehmen für diesen Perspektivwechsel.

  • Andere Workshop-Methoden ermöglichen schnelle und pragmatische gemeinsame Lösungen, mit denen weitergearbeitet werden kann, statt jahrelang über die genaue Ausgestaltung der "Eierlegenden Wollmilchsau" zu streiten.

  • Wieder andere Methoden ermöglichen den schnellen Austausch und die effizienten Vernetzung von Menschen miteinander. In Zeiten des schnellen Wandels können informelle Netzwerke im Unternehmen hilfreich sein, um komplexe Herausforderungen zu lösen. Auch dieser informelle Austausch kann durch entsprechende Workshop-Methoden effizient gestaltet werden, beispielsweise durch die Methode des Speed Datings.

  • Gemeinsame Entscheidungen und Kompromissfindungen können je nach Situation recht komplex sein. Wenn eine Gruppe droht, sich zu verzetteln und von Meeting zu Meeting zu keiner sinnvollen Entscheidung kommt, kann ein Workshop hilfreich sein, um sich gezielt der Entscheidung zu widmen und sich dieser auf eine strukturierte Weise zu nähern.

  • Auch der 5-Schritte-Ablauf einer Retrospektive kann als Workshopmethode bezeichnet werden, mit der wir regelmäßig arbeiten. Sie ermöglicht es Teams, nicht nur IM System zu arbeiten, sondern auch AN ihrem System - ein weiterer Mehrwert, der ein Team effizienter macht.

  • Und zu guter Letzt gibt es Workshop-Methoden, die einen Rahmen für den Workshop schaffen, indem sie den Workshop passend ein- und ausleiten. Hierzu verwenden wir Checkin- und Checkout-Fragen, auf die wir unten näher eingehen.


Wie nachhaltig ist der Einsatz von Workshop-Methoden?

Nicht selten erleben wir Menschen, die Workshops skeptisch gegenüber stehen. Die Begründung ist hier häufig ähnlich: Man hat bereits Workshops erlebt, die zu keinem merklichen Unterschied geführt haben. Die Zeit im Workshop fühlt dann verschwendet an. Kein Wunder also, dass auch Skepsis gegenüber Post Its, Flipcharts und Checkin-Fragen entsteht, wenn diese Elemtente mit sinnlosem Zeitabsitzen oder großen Reden ohne sinnvolle Folgen verbunden werden. Auch wir sehen: Nicht jeder, der Workshops veranstaltet und die neusten Workshop-Methoden einsetzt, macht dadurch unbedingt einen Unterschied im Unternehmen.

Das heißt im Umkehrschluss jedoch noch lange nicht, dass alle Workshops zwecklos sind. Im Gegenteil: Ein Workshop kann einen wunderbaren Unterschied machen! Wenn er an der richtigen Stelle eingesetzt wird und gut gemacht ist. Falls du dabei Unterstützung brauchst: Wir konzipieren deinen Workshop gerne gemeinsam mit dir, moderieren ihn für dich oder schulen dich und dein Team darin, eure eigene Stärke in der Workshop-Konzeption und -Moderation weiterzuentwickeln. Falls das spannend klingt, kannst du dich gerne bei uns melden.


Welche Workshop-Methoden gibt es?

Es gibt eine Vielzahl an Workshop-Methoden, wer danach sucht, wird geradezu überflutet mit Methoden und Ideen. Es gibt Methoden für die unterschiedlichsten Gruppengrößen, Rahmenbedinungen und Zielsetzungen.

Wenn du damit startest, Workshops zu moderieren und nach Workshop-Methoden zu suchen, empfehlen wir dir, die Dinge zum Start einfach zu halten. All zu schnell kann es passieren, dass du dich in der Aneinanderreihung von Methoden verzettelst. Und der Einsatz möglichst vieler Methoden sollte auf keinen Fall zum Selbstzweck werden. Im Zentrum steht schließlich das Ziel des Workshops, die Methode ist nur der Weg dort hin. Das im Hinterkopf zu behalten ist wichtig. Denn der Einsatz einer Methode ist nur so erfolgreich, wie sie euch eurem Ziel näher bringt.


Welche Workshop-Methode passt zu meiner Situation?

Wir stellen dir hier einige simple Methoden vor, die wir in unseren Workshops gerne einsetzen. Keine der Methoden ist eine Garantie für den Erfolg. Der Erfolg einer Workshop-Methode hängt ab von einer guten Auftragsklärung, der Identifikation eines echten Problems und dem Einsatz von passenden Maßnahmen zu diesem Problem, manchmal ist der Workshop dabei nur ein Puzzlestück der Lösung. Wenn du gute Auftragsklärung stattgefunden hat und entscheidest, einen Workshop zu gestalten, kannst du dich unten umschauen, ob du eine passende Methode für dich findest. Wir führen im folgenden aus, wie wir gerne in den Workshop starten und welche Tipps und Tricks du dabei anwenden kannst. Wir stellen dir außerdem drei Methoden vor, die je nach Situation hilfreich sein können für den "Hauptteil" deines Workshops. Und du kannst nachlesen, wie wir einen Workshop gerne abschließen und was ein gutes Checkout ausmacht. Viel Freude beim Stöbern!


Unsere liebste Methode für einen interaktiven Start in den Workshop

Einen Workshop veranstalten wir meist dann, wenn Menschen in den Austausch kommen sollen. Das liegt in der Natur des Workshops, unabhängig von dem ganz konkreten Ziel, dass sie durch diesen Austausch zu erreichen versuchen.

Um diesen Austausch zu fördern und auch introvertierte Teilnehmende oder stillere Typen zur Interaktion zu motivieren, wählen wir stets eine Methode, bei der jede:r schon direkt zum Start in den Workshop zu Wort kommt. Unser persönlicher Favorit ist die Checkin-Frage. Sie kann sich auf den Inhalt des Workshops beziehen oder etwas persönliches abfragen.


Checkin-Frage passend zum Thema des Workshops

Auf einem Event zum Thema "Innovation in Unternehmen durch Kooperation mit Startups" haben wir zum Start ein Speed Dating mit 4 Runden veranstaltet und nach und nach die vier folgenden Fragen in die Gespräche gegeben:


Flipchat mit Checkin-Fragen für Workshops
Workshop-Methode Checkin: Zum Start in den Termin kommt jede:r zu Wort und macht sich erste relevante Gedanken zum Thema.


Checkin-Fragen zum persönlichen Kennenlernen

Falls ihr mit einer Checkin-Frage starten möchtet, die losgelöst vom Inhalt des Workshops einfach die Stimmung auflockert, haben wir hier unsere liebsten Checkin-Fragen für dich zusammengetragen.


Für noch mehr Checkin-Inspiration findest du in unserem Shop außerdem unser Checkin-Booklet. Dort findest du alle 144 Checkin-Fragen aus 24 Themenbereichen.


Tipps und Tricks zur Ausführung des Checkins


Ihr könnt...

  • für ein Checkin mehrere Fragen miteinander kombinieren.

  • die Antworten auf die Checkin-Frage(n) jeden Teilnehmenden schriftlich festhalten und sich anschließend gegenseitig im Plenum vorstellen lassen.

  • ein Flipchart vorbereiten, das thematisch passend gestaltet ist und auf dem die Antworten gesammelt werden.

  • alternativ die Antworten im Plenum teilen, ohne dass sie vorher schriftlich festgehalten wurden.

  • die Teilnehmenden in Zweier- oder Dreiergruppen schicken, um die Checkin-Frage(n) in Kleinguppen zu besprechen. Das eignet sich besonders, wenn die Gruppe sehr groß ist und eine Vorstellung im Plenum zu lange dauern würde.

  • die Form der Antwort vorgeben, die ihr euch wünscht. Wie soll die Antwort präsentiert werden? In einem Wort (Hashtag), in einem Satz? Wichtig ist, dass ihr als Modertor:in darauf hinweist, wenn die Anforderung gebrochen wird. Gebt ihr zum Beispiel eine Antwort in Form eines Hashtags vor, damit die Runde möglichst zugig geht, um ein:e Teilnehmer:in startet damit, weit auszuholen, unterbrecht höflich und fragt nach, wie denn der passende Hashtag dazu lautet.


Drei Workshop-Methoden für einen interaktiven Hauptteil


Auch außerhalb von Start und Ende gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, Menschen in den Austausch zu bringen. Diesen Austausch nicht dem Zufall zu überlassen, sondern gezielte Methoden einzusetzen, lässt mit Garantie auch introvertierte Personen zu Wort kommen, vermeidet Hippo-Momente und führt mit Struktur zum Ergebnis.


Workshop-Methode Nr 1: 1-2-4-All

1-2-4-All gilt als verbreite Methode, um die Teilnehmenden einzeln ins Nachdenken und anschließend in einen effizienten Austausch zu bringen.

Anwendungsfall| Die Methode eignet sich perfekt, wenn sich die Teilnehmenden zu einer Frage erst einzeln Gedanken machen und dann in einen Austausch kommen sollen.

Zeitaufwand| Je nach dem, wie viel Zeit die einzelnen Phasen bekommen sollen, lässt sich die Methode im kürzesten Fall in 15 Minuten abwickeln.


Ablauf | Wie der Name schon sagt, machen sich die Teilnehmenden bei dieser Methode erst alleine Gedanken. Dann gehen sie in Paaren zusammen und entwickeln ihre Ideen weiter. Im Anschluss geht es in Vierergruppen. Und am Ende sprechen alle gemeinsam in der großen Runde mit allen darüber, welches die besten Ideen in den Gruppen waren. Als Moderator:in kannst du der Gruppe vorgeben, was aus der jeweiligen Runde das Ergebnis sein soll. Sollen sich die 4er-Gruppen auf die beste Idee einigen? Sollen sie so alle ihre Ideen zusammentragen? Sollen sie nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden suchen? Und basierend darauf Ideen clustern oder zusammenfassen?

Die 1-2-4-All-Methode kennen wir aus den Liberating Structures, mehr Infos dazu findest du hier: https://liberatingstructures.de/liberating-structures-menue/1-2-4-all/



Workshop-Methode Nr 2: Lean Coffee



Anwendungsfall | Ein Team oder eine Gruppe Menschen kommt zusammen, es sollen die relevantesten Themen besprochen werden. Es ist allerdings zum Start noch nicht klar, welche Themen das sind und auch nicht, wie viel Raum diese Themen brauchen.


Zeitaufwand | Bei einer Zusammenkunft von 30 Minuten aber auch von 2 Stunden möglich. Zum Starten und Ausprobieren empfehlen wir eine Stunde.


Ablauf | Zur Methode Lean Coffee hat Sabina nicht nur die Visualisierung erstellt, sondern auch einen eigenen Blockartikel verfasst. Diesen findet ihr hier: https://www.leadventure.de/post/lean-coffee



Workshop-Methode Nr 3: Die Kollektive Fallberatung


Anwendungsfall | Ein Teammitglied oder Gruppenmitglied hat eine Herausforderung, bei dir die Impulse und Ideen anderer Gruppenmitglieder wertvoll sein können.


Zeitaufwand | Diese Workshop-methode selbst lässt sich optimal in 45 Minuten abwickeln. Mit einem kurzen Ankommen, ggf. einem Checkin und Checkout funktioniert eine Stunde sehr gut. die Methode eignet sich, einen ganzen Termin zu füllen, der explizit für eine kollektive Fallberatung angesetzt wird. Sie kann aber auch in ein größeres Workshop-Geschehen eingebettet werden. Falls wir dich unterstützen können, deinen eigenen Workshop optimal zusammenzustellen, kannst du dich gerne bei uns melden.


Ablauf

1. Zum Start der Methode stellt der Fallgeber seinen Fall vor. Wenn es Hintergrundinformationen und Details gibt, die wichtig sind, um die Situation zu verstehen, werden auch diese mit vorgestellt. Alle anderen sind die Berater, sie machen sich an dieser Stelle nur Notizen. (5-10 Minuten)


2. Die Berater stellen nun ihre Fragen, um die Situation noch besser zu verstehen. Der Fallgeber antwortet möglichst auf den Punkt. Wichtig ist hier, dass es noch nicht in die Lösungsfindnung geht, sondern nur ums Verständnis. Das ist aus zwei Gründen wertvoll: Wenn die Situation gut verstanden wurde, passen. die anschließenden Lösungsideen mit höherer Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich zur Situation. Weniger offensichtlich ist, dass schon die Verständnisfragen alleine auch beimFallgeber oft etwas auslösen, nämlich selbst nochmal neu über die Situation nachzudenken. (5-10 Minuten)


3. Erst im nächsten Schritt diskutieren die Berater mögliche Hypothesen und Lösungsideen. Auch ausgefallende Ideen sind hier erlaubt. Der Fallgeber hört sich diese Ideen nur an, er oder sie kommentiert nicht, sondern hört nur zu und macht sich ggf. Notizen. (15 Minuten)


4. Abgeschlossen wird die Workshop-Methode mit einem gemeinsamen Austausch, bei dem auch der Fallgeber wieder mit einsteigt. Er oder sie greift die Aspekte auf, die zum Nachdenken angeregt haben. Diese Ideen und Aspekte können noch mit der Gruppe weiterdiskutiert werden. (10 Minuten)


Das Ende: Den Workshop mit Checkout-Fragen schließen

Workshop-Methode wird am Flipchart visualisiert.
Workshop-Methoden visuell gestalten: Wir bereiten gerne passende Flipcharts vor, auf denen wir die Teilnehmenden ihre Ideen sammeln lassen.

Passend zum Checkin enden wir zum Schluss gerne methodisch mit einer oder mehrerer Checkout-Fragen. Auch hier bringen wir jede:n Teilnehmende:n zum sprechen - je nach Gruppengröße passiert dies im Plenum oder in Kleingruppen.


Wie bei allen Workshop-Methoden gibt es auch hier nicht die eine richtige Frage. Vielmehr ist eine Frage dann hilfreich, wenn sie zum bisherigen Verlauf des Workshops passt und wenn sie auf das gemeinsame Ziel einzahlt.


Wir stellen dir hier eine Auswahl an Fragen vor, die du je nach Kontext einsetzen und einmal mehr auch miteinander kombinieren kannst. Die sonstigen Tipps, die wir dir oben zum Checkin gegeben haben, gelten auch hier


  • Was ist der nächste konkrete Schritt, den du nach diesem Workshop gehen wirst?

  • Was ist deine Idee: Wie können wir die Ergebnisse aus diesem Workshop bestmöglich nachhalten?

  • Was braucht es nach deiner Meinung im Anschluss an diesen Workshop, um in den Themen weiter voran zu kommen?

  • Was können wir tun, um die definierten Todos möglichst reibungslos umzusetzen?

  • Was ist nach dem heutigen Termin dein neues Verständnis des Themas?

  • Was nimmst du heute mit?

  • Was hat dich heute besonders überrascht?

  • Was aus diesem Termin war besonders wertvoll für dich?

  • Was hast du heute gelernt?


 

Vorlagen, Poster und Downloads für deine Workshops


Damit deine Workshops spannender und bunter werden, haben wir eine Reihe an Produkten und Downloads für dich vorbereitet.



 

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